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Rückblick

Hier ein Rückblick auf die bisher einstudierten Werke und Aufführungen der Kantorei (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

1994 W. A. Mozart: Große Messe in c-moll 2007 Francis Poulenc: Gloria | John Rutter: Magnificat
1996 UNICEF-Benefizkonzert 2008 Heinrich Schütz: Psalmen Davids 1619
1997 Gioachino Rossini: Petite Messe solennelle 2009 Joseph Haydn: Die Schöpfung
1998 Dietrich Buxtehude: Membra Jesu Nostri 2010 Josef Rheinberger: Cantus Missae
1998 Giacomo Puccini: Messa di Gloria 2010 Joseph Haydn: Die Jahreszeiten
1999 Ariel Ramírez: Misa Criolla 2011 Jan Dismas Zelenka: Missa votiva
2001 J. Rutter: Requiem | B. Britten: Company of Heaven 2012 Cantate Domino - 10 Jahre Neue Rheingauer Kantorei
2002 Carl Orff: Carmina Burana 2013 Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias
2003 Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem 2014 Northern Lights - Lichter des Nordens
2004 Georg Friedrich Händel: Messiah 2014 Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
2005 Chormusik zum Mittsommer 2015 Lux Aurumque - Licht und Gold
2006 Das Buch der Psalmen 2016 J. S. Bach: Missa in g-moll | G. F. Händel: Dixit Dominus
2006 Antonin Dvorak: Stabat Mater    
2007 Morten Lauridsen: Lux Aeterna    

Bach: Missa in g-moll | Händel: Dixit Dominus

J. S. Bachs sog. "lateinische" oder "Kyrie-Gloria"-Messen entstanden relativ spät (wahrscheinlich um 1738/39) ins seiner Zeit als Leipziger Thomaskantor. Es gibt davon vier Stück (BWV 233 – 236), und allen gemeinsam ist die Tatsache, dass es sich um "Parodien" handelt, also um die Wiederverwendung früherer Arien oder Kantatenteile aus seiner Feder. So sind durch diese bewusste Auswahl und sorgfältige Nachbearbeitung kleine neue Highlights entstanden, die in ihrem Anspruch, ihrer hohen Dichte und musikalischen Tiefgründigkeit beispielhaft sind.

G. F. Händel, gerade einmal 22 Jahre jung, schrieb im Jahre 1707 mit der Psalmvertonung "Dixit Dominus" (HWV 232) sein frühestes geistliches Chorwerk und direkt ein absolutes Meisterwerk. Inspiriert durch die italienische Kirchenmusik von Alessandro Scarlatti, versteht er es, seine Zuhörer emotional so zu packen, als säßen sie in der Oper, und das mit Kirchenlatein! Händel hatte dafür aber auch eine dankbare Vorlage: Der 110. Psalm "Dixit Dominus" ist schon etwas dramatisch, und so entstand eine wahre musikalische Achterbahnfahrt: harte Dissonanzen, wilde Figuren, rasendes Tempo. Barock durch und durch, doch was für ein Gegensatz zum Zeitgenossen Bach!

Lux Aurumque - Licht und Gold

Lux Aurumque - Licht und Gold: Dies ist nicht nur der Titel einer Chormusik, die den amerikanischen Komponisten Eric Whitacre mit seinem virtuellen Chor auf YouTube weltbekannt gemacht hat, sondern war auch der Titel des Konzertprogramms der Neuen Rheingauer Kantorei aus dem Jahr 2015. Im Mittelpunkt standen aktuelle a-cappella-Chorkompositionen aus dem späten 20. und beginnenden 21. Jahrhundert.

Die zeitgenössische geistliche Chormusik (nicht etwa zu verwechseln mit dem "Neuen Geistlichen Lied") hat ihre ursprünglich avantgardistischen Tendenzen weitgehend abgelegt und verbindet nunmehr eingängige Melodik mit einer sehr reichen, sehr farbigen und begeisternden Harmonik und Rhythmik. Der Amerikaner Eric Whitacre, der Walise Karl Jenkins, der Norweger Ola Gjeilo oder auch Urmas Sisask aus Estland zählen zu den derzeit "angesagtesten" lebenden Komponisten für sakrale Chormusik und bringen frischen Wind und frische Farben in dieses völlig zu Unrecht als ergraut und vermeintlich zu akademisch angesehene Chormusikgenre.

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Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Giuseppe Verdi, vielleicht der größte italienische Opernkomponist des 19. Jahrhunderts, verstand wie kein zweiter, der menschlichen Gefühlswelt in seiner Musik Ausdruck zu verleihen. Da verwundert es nicht, dass auch sein Requiem - obwohl eine geistliche Komposition - voller Dramatik und Emotionen ist. Und genau das macht seine Totenmesse unter allen anderen Requiemvertonungen so einzigartig: Die angsteinflößende Furcht und Ankündigung des jüngsten Gerichts, die bittere Klage im "Lacrimosa" oder das ganz irdische Flehen im Finale des "Libera Me" erlangen durch Verdis Tonsprache eine unglaubliche Tiefe und Intensität, ganz so wie die Gefühle der Hinterbliebenen im Angesicht des Todes geliebter Menschen. Ursprünglich zum Tode Gioachino Rossinis begonnen und zum Gedenken an Alessandro Manzoni beendet, ist dieses Werk Zeugnis von Verdis Auseinandersetzung mit der Liturgie der katholischen Kirche und vom italienischen Geist dieser Zeit.

Verdi's monumentales Requiem in Geisenheim und Johannisberg - nicht nur eine musikalische, sondern auch eine logistische Herausforderung. Dank der hevorragenden Zusammenarbeit aller gelang es, in beiden Kirchen jeweils 50 Musiker, 80 Choristen und insgesamt fast 700 Zuhörer zu platzieren - ein tolles Erlebnis.

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Northern Lights: Neue Chormusik aus Skandinavien

Wussten Sie, dass in den skandinavischen Ländern anteilig mehr Menschen in einem Chor singen als in jedem anderen Land der Erde? Allein in Schweden ist beispielsweise jeder zehnte Einwohner sängerisch aktiv, und ohne Übertreibung stellen wir fest, dass bis heute in Skandinavien bis ins Baltikum hinein das Chorsingen eine regelrechte Volksbewegung ist.

Aufbauend auf einer reichen nordischen Volksmusik-Tradition als Inspirationsquelle sind Chorkompositionen aus Schweden, Norwegen oder Finnland schon lange kein Geheimtipp mehr. Ganz im Gegenteil: sie zählen zu den originellsten und klangschönsten Werken der neueren Chorliteratur, genau wie die nordische Natur mal wild und temperamentvoll, dann wieder ganz sanft und melancholisch.

Es hat uns viel Freude bereitet, mit unseren beiden überwältigend gut besuchten Konzerten auch im Rheingau neue Freunde für diese Chormusik gewonnen zu haben!

Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias

Er ist ein Mann der Tat, ein alttestamentarischer Gotteskrieger, der die falschen Propheten vom Sockel stürzt, der ein totes Kind zum Leben erweckt und das Volk Israels auf den rechten Weg führt, an dessen Unglauben er dennoch fast zerbricht.

Obwohl über den biblischen Propheten Elias kein eigenes Prophetenbuch überliefert ist, zählt er dennoch zu den bedeutendsten Gestalten des Alten Testaments und wird auf eine Stufe mit Moses gestellt. Beide verbindet die direkte Gottesbegegnung am Berge Horeb.

Felix Mendelssohn-Bartholdy hat das Portrait dieses Mannes nach den Schilderungen aus dem ersten und zweiten Buch der Könige in starken klanglichen Bildern erstellt. Er realisierte mit seinem abendfüllenden Werk ein neuartiges Konzept, das in seiner Zeit lange für Diskussionen sorgte, aber gerade deswegen heute eines der Hauptgründe für seine Beliebtheit ist: die Aufteilung eines dramatischen Handlungsverlaufs in fast opernhafte Einzelszenen. Diese packende szenische Dramatik gepaart mit tiefer Innerlichkeit fasziniert und begeistert bis heute sowohl Musiker als auch Zuhörer.

Für die Neue Rheingauer Kantorei waren die Vorbereitung, die Organisation und die sehr erfolgreichen Aufführungen des Elias-Oratoriums das bislang größte Projekt und ein schöner Abschluss der Konzertreihe zum 10jährigen Jubiläum!

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Cantate Domino: 10 Jahre Neue Rheingauer Kantorei

Dieser kleine runde Geburtstag war Grund genug, einmal Luft zu holen, kurz zurückzublicken und all die vielen Chorsätze, Motetten, Arrangements etc. wieder auszugraben, mit denen eine besondere emotionale Beziehung bestand und immer noch besteht.

Die Fundgrube war reich gefüllt: von A wie Arvo Pärt bis Z wie Zoltan Kodaly, von Renaissance bis zum 21. Jahrhundert waren (fast) alle Epochen und Musikstile in unseren Jubiläums-a-cappella-Konzerten vertreten.

Bei diesem kleinen Querschnitt aus 5 Jahrhunderten geistlicher Chormusik kam aber auch die Kirchenorgel nicht zu kurz, welche sich von einer ganz ungewohnten, jazzigen Seite präsentierte.

Und nicht zuletzt: Die Konzerte waren als Benefizveranstaltungen ausgelegt; über die eingegangene Kollekte freuten sich anteilig die katholische und die evangelische Kirchengemeinde in Mittelheim!

Jan Dismas Zelenka: Missa Votiva

Die spannende, originelle und außergewöhnliche Musik des böhmischen Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka (1679 - 1745) bildete den Schwerpunkt der Orchesterkonzerte der Kantorei im September 2011. Als Sohn eines Organisten im böhmischen Launowitz geboren, erhielt Jan Dismas Zelenka seine erste Ausbildung im Kolleg der Jesuiten in Prag. 1710 wurde er als Violonist (Kontrabassist) am sächsischen Hof in Dresden angestellt. Bald schon schickte man ihn zum Studium bei dem berühmten Kontrapunktlehrer Johann Joseph Fux nach Wien.

Jedoch erst 1735 wurde er zum "Kirchen-Compositeur" ernannt, und nur kurze Zeit verbrachte er außerhalb Dresdens. Seine Bedeutung als Komponist beruht sowohl auf seinen zahlreichen Werken für den Gottesdienst (darunter allein 21 Messvertonungen), aber auch auf seiner leider nicht sehr umfangreichen Instrumentalmusik.

Zelenka vereint in seinem Musikstil moderne Elemente der galanten Musik, die am Dresdner Hof sehr geschätzt wurde, mit hoher Kunst des Kontrapunkts und einem ausgesprochenen eigenen, hoch-expressiven Ausdruck. Er schreibt immer äußerst virtuos, überrascht die Hörer ständig mit unerwarteten Wendungen und fast schon bizarren Einfällen. Die Aufführung seiner abendfüllenden "Missa Votiva" durch die Neue Rheingaue Kantorei bewies: Es muss bei geistlicher Barockmusik nicht immer Bach oder Händel sein!

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Joseph Haydn: Die Jahreszeiten

Die Aufführung der "Schöpfung" von Joseph Haydn im vergangenen Jahr durch die Neue Rheingauer Kantorei ist dem einen oder der anderen sicherlich noch in guter Erinnerung. Die Arbeit an diesem Werk hat der Kantorei so viel Spaß gemacht, dass nun auch Haydns zweites großes Oratorium einstudiert wurde: Die Jahreszeiten.

Komponiert im Alter von fast siebzig Jahren überrascht dieses Oratorium in seiner Beschreibung der sich wandelnden Natur noch heute durch seine Farbigkeit, durch seine Dynamik und durch die Lust am klangtechnischen Experiment. Die spürbare und oft verspielte Freude an neuen tonmalerischen Möglichkeiten war bei aller Volkstümlichkeit am Anfang des 19. Jahrhunderts zukunftsweisend.

Beide Konzerte fanden diesmal im Rheingauer Dom in Geisenheim statt; wir brauchten am Sonntag nicht nach Johannisberg umzuziehen, was sehr erleichternd war.

Und ganz besonders freuten wir uns über die Verstärkung durch einige Schüler und Schülerinnen aus dem Oberstufenchor der St. Ursula-Schule in Geisenheim!

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Josef Gabriel Rheinberger: Cantus Missae

Der 1839 in Vaduz (Liechtenstein) geborene Josef Rheinberger war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Größe von europäischem Rang: Gesucht als Kompositionslehrer und geschätzt als Komponist, war der Professor am Münchner Konservatorium und Bayerischer Hofkapellmeister prägend für eine ganze Generation von nachfolgenden Musikern. Zu seinen Schülern gehörten u. a. Engelbert Humperdinck und Wilhelm Furtwängler.

Eines von Rheinbergers Hauptwerken ist seine a-capella-Messe in Es-Dur. Dieser "Cantus Missae", nach einigen Musikkritikern die "schönste reine Vokalmesse des 19. Jahrhunderts", ist Rheinbergers einzige doppelchörige Messkomposition. Sie erhält ihre eigene Prägung durch den Rückgriff auf die Kompositionstechniken der klassischen Vokalpolyphonie und die gleichzeitige Verwendung von romantischer Harmonik und ausdrucksvoller, liedhafter Stimmführung. Wir haben sie als Schwerpunkt unseres a-cappella-Konzertes des Jahres 2010 ausgewählt.

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Joseph Haydn: Die Schöpfung

Er gilt als Vater der Symphonie, als Erfinder des Streichquartetts und als Erneuerer des Oratoriums. Er ist zwar der älteste, aber auch der in der breiten Öffentlichkeit unbekannteste der drei Wiener Klassiker neben Mozart und Beethoven. Dabei stammt doch immerhin die Melodie der deutschen Nationalhymne von ihm, wenngleich auch ursprünglich gar nicht dafür vorgesehen. Grund genug für die Neue Rheingauer Kantorei, sich einmal mit Joseph Haydn zu beschäftigen und sein bekanntestes Oratorium „Die Schöpfung“ einzustudieren.

Und es ward Licht!“ Die Vertonung dieses Zitats aus der Schöpfungsgeschichte gleich zu Beginn gehört sicherlich mit zu den einflussreichsten und populärsten Passagen der klassischen Musik. Kein Wunder: War doch der Auslöser zur Entstehung des musikalischen Großwerkes Haydns Begegnung mit den großen Oratorien von Georg Friedrich Händel. Wie ernst der Komponist die Arbeit an diesem Werk nahm, erkennt man an der aufgebrachten Zeit: Über zwei Jahre wurden zur Vollendung benötigt. Die erste öffentliche Aufführung des auf eine abendfüllende Größe angewachsenen Oratoriums fand 1799 im Burgtheater in Wien statt, und sein triumphaler Erfolg dauert bis heute an. Dieser Erfolg beruht vor allem auf der sehr eingängigen und bildhaften musikalischen Sprache, mit der die gesamte Schöpfungsgeschichte gleichermaßen erhaben und volkstümlich dargestellt wird. Da ist von schäumenden Wellen, leise rauschenden Bächen, Sonnen- und Mondaufgängen die Rede, und da bevölkern Adler, Tauben, Walfische, Löwen, Tiger und Rinder die Erde. Und wie genial Joseph Haydn das alles musikalisch umsetzte, konnte jeder Musikliebhaber am dritten Maiwochenende 2009 im Rheingau selbst erleben.

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Heinrich Schütz: Psalmen Davids 1619

Alte Musik muss nicht unbedingt alt klingen – diesen Beweis konnte die Neue Rheingauer Kantorei bei ihren Konzerten des Jahres 2008 antreten. Im Mittelpunkt stand der erste deutsche Komponist von internationalem Ruf – kein geringerer als Heinrich Schütz. Sein erstes großes geistliches Chorwerk, die „Psalmen Davids“, entstand nach seiner Rückkehr von der musikalischen Ausbildung bei Giovanni Gabrieli in Venedig und steht ganz in der Tradition dessen, was Schütz dort in Italien gelernt hatte.

Als Heinrich Schütz seine „Psalmen Davids“ veröffentlichte, hatte er bereits seit über 2 Jahren die Leitung der Dresdner Hofkapelle inne. Seitdem befand er sich, gerade einmal 30jährig, auf einer der bedeutendsten Positionen des damaligen Musiklebens.

Die „Psalmen Davids“ erzielten bereits bei ihrer Teil-Erstaufführung im Jahr 1617 in Dresden durch ihre Mehrchörigkeit und damit verbundene Ausdrucksstärke eine überwältigende Wirkung. Die bildhafte musikalische Umsetzung der Psalmentexte ist bis heute zeitlos aktuell, lebendig und begeisternd.

F. Poulenc: Gloria | J. Rutter: Magnificat

2007 feierte die Neue Rheingauer Kantorei ihren 5. Geburtstag; die Geburt ihrer Keimzelle – der ehemalige evangelische Kirchenchor Geisenheim – liegt sogar schon 25 Jahre zurück. Grund genug also, am dritten Adventswochenende mit zwei Konzerten im wahrsten Sinne des Wortes mächtig auf die Pauke zu hauen. Auf dem Programm standen mit dem „Gloria“ von Francis Poulenc und dem „Magnificat“ von John Rutter zwei großartige festliche Werke der neueren Chormusik, so richtig passend sowohl zum freudigen Anlass als auch zur Vorweihnachtszeit.

Poulencs Gloria wurde 1961 uraufgeführt. Der französische Komponist vertonte nur den Gloria-Text einer Messe und teilte diesen in 6 Abschnitte und damit 6 Sätze ein. Das Werk sprüht vor Freude, ist voller Leben und Lebendigkeit und begeistert nicht zuletzt durch seine rhythmischen, melodischen und harmonischen Besonderheiten. Poulenc nahm viele Elemente der Musik von Igor Strawinsky auf, verwandte zusätzliche Jazz-Passagen und leicht zugängige Melodien, die aus dem Stegreif erfunden scheinen; alles verbunden mit einer typisch französischen Eleganz.

Nicht minder fulminant kommt die Magnificat-Vertonung des Engländers John Rutter aus dem Jahre 1990 daher. Üppig in der originalen orchestralen Besetzung mit 3 Schlagzeugern und „jeder Menge Blech“ hat es der Komponist geschafft, dem „Lobgesang Marias“ ein zeitgemäßes Kleid zu geben, bei dem die Freude und Energie dieses alten liturgischen Textes durch die erfrischende Musik ganz neu verständlich wird. Traditionelle musikalische Passagen stehen dabei gleichberechtigt neben Elementen aus Pop und Musical.

Die Kantorei freute sich bei diesen Konzerten insbesondere über die Mitwirkung der Sopranistin Katia Plaschka aus Limburg (ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2004) und der renommierten Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg in großer symphonischer Besetzung.

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Morten Lauridsen: Lux Aeterna

Morten Lauridsens „Lux Aeterna“ für Chor und Orgel aus dem Jahr 1997, gleichzeitig Namensgeber und Schwerpunkt unseres Konzertes, ist ohne Zweifel einer der Klassiker unter den neueren amerikanischen Chorwerken. Der Komponist schrieb es als ein „persönliches Werk ruhiger Gefasstheit“, welches „Hoffnung, Trost, Glaube und Erleuchtung in all ihren Formen“ ausdrückt.

Lux Aeterna hat fünf Sätze (ohne Pause). Die musikalische Bandbreite reicht vom ruhigen Aufbau des Introitus und der kontrapunktartigen Stimmführung im zweiten Satz über die a-capella-Motette O Nata Lux und dem freudigen Veni, Sancte Spiritus bis hin zum zarten Agnus Dei und dem strahlenden Alleluja. Ein wichtiges Verbindungsglied ist ein einzelner, immer wiederkehrender Akkord, bestehend aus einem D-Dur-Dreiklang mit einer hinzugefügten Note, dem E, welcher zum harmonischen Symbol des ewigen Lichts wird.

Unser a-cappella-Konzert des Jahres 2007 wurde durch Werke von Randall Thompson (neben Lauridsen der beliebteste amerikanische Chorkomponist der letzten 80 Jahre), dem Schweden Jan Sandström und dem Franzosen Jehan Alain abgerundet.

Antonin Dvorak: Stabat mater

Kunst ist Therapie - Antonin Dvoraks "Stabat Mater" verdankt seine Entstehung wohl auch dem persönlichen Schicksal des Komponisten. Seine musikalischen Erstentwürfe aus dem Jahr 1876 können als Reaktion auf den Tod seiner kleinen Tochter Josefa verstanden werden. Das unvollendete Werk bliebt dann einige Zeit liegen. Erst als ihn 1877 zwei weitere Schicksalsschläge trafen - der Tod zweier weiterer Kinder im Zeitraum von weniger als einem Monat - vollendete der tiefgläubige Dvorak die zehnsätzige Kantate innerhalb von zwei Monaten. Drei Jahre vergingen bis zur Uraufführung, welche den damals noch unbekannten Prager Organisten schlagartig berühmt machte.

Helmuth Rilling, weltberühmter deutscher Oratoriendirigent, sagt über das Werk: "Ein unglaubliches Stück. Neun langsame Sätze als Passionsmeditation und dann am Ende des zehnten Satzes die Ekstase einer Auferstehungsvision. Ich halte dieses Stück für eines der bedeutsamsten oratorischen Werke, die je geschrieben wurden". In der Absicht von Antonin Dvorak ist es vor allen Dingen eins: sein eigenes sehr persönliches, von tiefer Trauer und unbezwingbarer Hoffnung gleichermaßen geprägtes Glaubensbekenntnis.

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